„Es geht mir im Allgemeinen ganz gut aber ich habe im Augenblick sehr viel Stress.“ Diesen Satz kann man fast täglich hören. Längst ist Stress keine „Krankheit „der Manager oder Führungskräfte mehr. Auch in der Etage des Sekretariats stöhnt so manche Sekretärin und fühlt sich ständig „unter Druck „ überfordert, gehetzt, zeitlich eingeengt. Die Anforderungen an ihren Job sind groß. Top zu sein gilt speziell für die Damen im Vorzimmer. Hohe fachliche und soziale Kompetenz, tadelloses Outfit und Umgangsformen, möglichst stets gut gelaunt, verschwiegen, diplomatisch, verständnisvoll und oft ein Wunder an Organisationstalent soll sie jeder Situation gewachsen sein. Auch im Zeitalter des Rationalisierens, des noch schneller, effektiver, effizienter und einer Flut von Informationen und Terminen ausgesetzt, bleibt das Sekretariat einerseits eine Art Schlüsselstelle. (So manche Mitarbeiter/in mag ihre Anliegen ganz bewusst zuerst mit der Assistentin kommunizieren, die auch seit alters her so etwas wie den „sozialen Kitt“ darstellt). Andererseits fungiert die Assistentin als Schleuse für Kontakte von innen und von außen für den Chef. Es würde nicht verwundern wenn sie gelegentlich auch in emotionalen Stress geraten würde. Von so manchen sexuellen Übergriffen ganz zu schweigen.

Hält der „Druck“ über lange Zeiträume an, entstehen allmählich Krankheiten, die sich über Funktionsstörungen der Organe äußern. Auch Kopfschmerzen, Ruhelosigkeit, Schweißausbrüche, Blackout , Schlafstörungen, zu hoher Blutdruck, geringe Infektabwehr, bis hin zu Depressionen und Burn-Out sind keine Seltenheit. Die Arbeitsqualität aber auch die gesamte Lebensqualität sinkt rapide.

Eine Analyse der Stressoren gibt guten Aufschluss für Ansatzpunkte zu Lösungen. Was ist es denn genau, was mich stresst? Kommen Sie sich selbst auf die Spur.

Fragen wie:

  • Wann tritt mein Stress besonders auf?
  • Wie verhalte ich mich dann?
  • Habe ich irgendwann ein ähnliches Erlebnis gehabt?
  • Wie bin ich damals damit umgegangen?
  • Wer war dabei?
  • Unter welchen Umständen ist es aufgetreten?
  • Was macht mir Angst und verunsichert mich?
  • Fühle ich mich ausgeliefert oder in die Enge getrieben?
  • Glaube ich etwas ändern zu können? Wenn ja, was?
  • Kann mir jemand helfen dabei?

etc., können schon ein ganzes Stück weiterhelfen.

Jedes Problem birgt auch schon eine Lösung in sich. Wichtig ist die Auseinandersetzung damit. Der Wille etwas bei sich verändern zu wollen setzt einen bewusstseinserweiternden Prozess in Gang.

Methoden und Werkzeuge zur Beseitigung oder zum Umgang mit Stress gibt es unglaublich viele. Wichtig ist, Ihren ganz persönlichen Zugang, Ihr ureigenstes Programm zu finden um wieder in Ihre Kraft und Ausgewogenheit zu kommen um in aller Ruhe Spitzenleistungen vollbringen zu können.

Meist sollten Sie Ihr Leben ein klein wenig verändern.

Geduld und liebevoller Umgang mit sich selbst als auch Konsequenz und sorgfältige Planung sind Voraussetzungen wenn Sie an Ihrer Verhaltensänderung arbeiten.

Alte Strukturen, Gewohnheiten und Verhaltensmuster sind zäh. Haben auch meist einen gewissen Nutzen für Sie. Auch diesen gilt es herauszufinden. Neue Strategien und Verhaltensmuster sind nur dann attraktiv wenn sie mindestens ebenso einen großen Nutzen bringen als jene, die Sie ablegen wollen.

Loten Sie genau aus was sie brauchen und holen sie sich je nach ihren Möglichkeiten und Vorlieben professionelle Hilfe.

Mit einem guten Coach könnten sie z.B. punktgenau ihr Antistressprogramm erarbeiten Es gibt zahlreiche Seminare und Trainings zu unterschiedlichsten Themen und Techniken, die gut weiterhelfen können. Sitzen die Blockaden tiefer und hartnäckiger ist vielleicht eine gute Psychotherapie das Mittel der Wahl und/oder ärztliche Hilfe notwendig.

Wichtig erscheint mir auch die Differenzierung der Ebenen. Sie können sowohl physischen, geistig-seelischen als auch emotionalen Stress haben. Bei der Wahl der Entspannungsmethoden ist darauf zu achten welche Methode auf welcher Ebene wirkt.

Als 1. Schritt hin zur Lösung ist es gut die eigenen Ressourcen zu ergründen. Sicher sind ihnen zahlreiche Strategien bekannt wie sie es bis jetzt immer geschafft haben.

Oft ist die Rückkehr zu einem Verhalten, das Sie schon einmal erfolgreich eingesetzt haben leichter, als neue Techniken, wie z.B. Entspannungsmethoden zu erlernen. Entspannungs-und Menthaltrainingsmethoden sind ein wunderbares Werkzeug um sich wieder ins Lot zu bringen. Ideal wäre es, sie in weiser Voraussicht, in Zeiten in denen es Ihnen noch relativ gut geht zu erlernen.

Ressourcen wie sportliche Betätigung, Natur, ein schönes Bad oder eine angenehme Massage, mit den Kindern herumtollen, lachen, wild tanzen oder was immer, sind leichter zu aktivieren.

Die schönsten Techniken helfen nichts, wenn Sie die Kraft nicht mehr habe sie zu üben. Übungen gibt es viele, Sie können sie in jeder Zeitschrift in zahlreichen Büchern etc. nachlesen. Manche Menschen haben ein erkleckliches Repertoir an Möglichkeiten und Übungen irgendwann in ihrem Leben angesammelt Der Knackpunkt ist aber das TUN. Oft muss „das Wasser bereits bis zum Hals stehen“ bis so mancher sich entschließt sich täglich zumindest einige Minuten zu gönnen sich selbst etwas gutes zu tun.

Dass wir immer wieder in die Mühle des Stress gelangen das hat u. a. etwas zu tun mit Selbstliebe, mit Selbstvertrauen, mit der Kunst Nein sagen zu können oder aus der Fülle des absoluten Überangebotes auf allen Ebenen für uns persönlich das herauszufinden, was uns zuträglich ist. Es hat was zu tun mit unserer Lernbereitschaft und unserem Willen unser Bewusstsein zu erweitern und danach adäquat vor allem zu handeln. Wenn ich mein Ziel nach einem harmonischen Leben stets im Bewusstsein trage werde ich fündig. Plötzlich habe ich viel Zeit für mich. Ich schaffe es einige Augenübungen zu machen während ich im Stau

mit meinem Auto stehe oder in der Straßenbahn sitze. Ich richte meine Wirbelsäule immer wieder auf, wenn mein Rücken vom vielen Sitzen bereits schmerzt, denn ich habe dann auch meine Wahrnehmung sensibilisiert. Ich mache meine kleinen Pausen öffne das Fenster und lasse vielleicht den Blick ins Grüne schweifen während ich meine Gehirnzellen mit einem kräftigen Schluck Wasser wieder aktiviere. Meine Intuition und meine Kreativität als auch mein Unterbewusstsein arbeiten für mich habe ich erst einmal wieder Zugang zu meinen eigenen Intelligenzen gefunden.

Viele Lösungen bieten sich im Umgang mit Stress an, wenn Sie ernsthaft daran interessiert sind zu lernen.

Wenn ich an den Alltag einer Assistentin denke ,die bereit ist sich ihrem Problem zu stellen, wäre es besonders schön, wenn der Führungsstil ihres Chefs so beschaffen wäre, dass sie ihre Probleme mit ihm offen kommunizieren kann. Vieles wäre leichter würden so manche Chefs einsichtiger sein. Sie könnten ebenfalls für sich überprüfen, ob auch sie zur Lösung des Problems etwas beitragen könnten. Kooperation mit ihren Mitarbeiter/innen und Übernehmen von Verantwortung, dass ihre Mitarbeiter/innen Neuerlerntes im Betrieb umsetzen können, durch Ruhe und Umsicht Spitzenleistungen erbringen wäre ein schönes Ziel Im Sinne jedes Unternehmens.

Elisabeth Jelinek ist seit 28 Jahren Konzess. Sozial-u.Lebensberaterin, Wirtschaftscoach und Gesundheitstrainerin an der JELINEK AKADEMIE